Queue de Poisson
QUEUE-DE-POISSON, man spricht es kø də pwa.sɔ̃ und heißt auf Deutsch Fischschwanz ... so wie es aussieht. Es ist ein schlankes Messer, dessen Ursprünge entlang des Ärmelkanals ... mehr erfahren
QUEUE-DE-POISSON, man spricht es kø də pwa.sɔ̃ und heißt auf Deutsch Fischschwanz ... so wie es aussieht. Es ist ein schlankes Messer, dessen Ursprünge entlang des Ärmelkanals liegen, wo tausende kleiner Webereien sowohl Leinen aus Frankreich wie feine, vor allem englische Wolle zu Tuchen jeder Qualität verarbeiteten. Die Hansestadt Brügge erwarb dabei besondere Bedeutung. Für die Menschen, die mit Fäden und Stoffen umgehen, waren die anderen Messer der Region wenig geeignet. Sie benötigten schlankere Messer mit feineren, dünneren Klingen und so entstand das Queue-de-Poisson. Sein Griffende kommt keineswegs von ungefähr. Es verweist deutlich auf die Hermelinschwänzchen, die man im bretonischen Wappen findet, und man sagt, daß man es vereinzelt auch mit jener dritten, mittleren Spitze hergestellt habe. Ursprünglich entstand es im 19.Jahrhundert in der Messerschmiede Lacroix; in einfacher Qualität als Arbeitsmesser für die Weber und Textilarbeiter, mit edlen Griffen aus Knochen, Elfenbein oder Schildpatt für den Bürgerstand. Frauen bevorzugten es immer, weil das schlanke Messer gut in ihre Handtaschen paßte.
Als die Schmiede Lacroix schloß, verkaufte man Atelier und Werkzeuge an den berühmten Messerfabrikanten Pradel in Thiers. Als dieser wiederum sein Atelier schloß, übernahm die ganz in der Nachbarschaft unseres Ateliers in Thiers gelegene Traditionsschmiede Coupérier-Coursolle die Marke und die Werkzeuge für seine Herstellung. So ist es eines der wenigen regionalen Messer Frankreichs, das noch vollständig unter Verwendung der Originalteile aus Kohlenstoffstählen und auf alte Art hergestellt wird.
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